Abenteuer Mehrsprachigkeit – ESPRIS Tagung im bifeb)

 

 

ESPRIS fokussiert auf Prozesse des Spracherwerbs und stellt die Bedeutung von Mehrsprachigkeit in den Vordergrund.

Durch Konzeption, Erprobung und Beforschung emanzipativer Methoden des Spracherwerbs konnten in mehr als zwei Jahren Projektlaufzeit zahlreiche Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt werden.

Mit diesen im Gepäck und den Fachinputs zweier namhafter WissenschafterInnen wurde am 10. und 11. April 2014 die Auseinandersetzung zum Themenbereich Sprachen, Spracherwerb und Sprachideologien – im Kontext der ländlichen Region Salzkammergut – fortgesetzt.

Judith Purkarthofer – Sprachwissenschafterin der Universität Wien mit Projekt- und Workshoperfahrungen in mehrsprachigen Schulen und Freien Radios und einer besonderen Vorliebe für multimodale, visuelle und biographische Methoden – begleitete die über 70 Anwesenden verbindend durch die zwei Tage.

Die Tagung fand am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb, in St. Wolfgang statt, welches Kooperationspartner des Projekts war und ist. Christian Kloyber, Interimsdirektor des bifeb und Stefan Enter, Geschäftsführer des Bildungszentrum Salzkammergut eröffneten die Tagung mit einleitenden Worten, die zum Thema führten.

 

Der Weg der neuen Bildung geht von der Humanität durch Nationalität zur Bestialität“. Franz Grillparzer

Peter Leuprecht war von 1980 bis 1993 beim Europarat Direktor für Menschenrechte, danach stellvertretender Generalsekretär des Europarats. Er unterrichtete an unterschiedlichen Universitäten in Europa und derzeit in Kanada. Peter Leuprecht ist Autor zahlreicher Publikationen im Bereich internationales Recht und Menschenrechte.

In seinem Input zum Thema „Mut zur sprachlichen Vielfalt“ spricht er über  Sprache und ihre Verbindung zur Macht, über Sprache und Identität und der Frage worüber sich ein Mensch identifiziert, über Vielfalt oder Einfalt und über sprachliche Vielfalt.

 

Assimina Gouma, Helmut Peissl, Birgit Riedler-Engl und Mario Friedwagner im Gespräch mit Judith Purkarthofer zum Projekt ESPRIS, zur Intention das Projekt einzureichen, zum emanzipatorischen Schwerpunkt, zu Herausforderungen, zu Regionalität sprich den Gegebenheiten in ländlichen Regionen.

 

Vom Reden ins Tun
Praxis / Analyse / Ergebnisse – Workshops

Jedes der vier Teilprojekte von ESPRIS hat in den letzten 2,5 Jahren die praktische und theoretische Auseinandersetzung mit Mehrsprachigkeit betrieben. In Form von Workshops wurde die Praxis analysiert. Die WorkshopleiterInnen stellen ihre Inhalte vor.

– Schluss mit Schwarz-Weiß! Jetzt neu: Farbradio (Freies Radio Salzkammergut)

– Mehrsprachigkeit und Emanzipation (Universität Wien)

– Selbstgesteuerte Sprachlernmethoden im ländlichen Raum am Beispiel der Lernpartnerschaften (Bildungszentrum Salzkammergut)

– „Lust auf Sprachen – Sprachenlernen und Mehrsprachigkeit im Radio“ (COMMIT)

 

Nach einem gemeinsam genossenen Buffet fand der feierliche Abschluss der Lernpartnerschaften statt. Die nahezu 50 TeilnehmerInnen, die die letzten 9 Monate in 12 unterschiedlichen Sprachen gemeinsam gelernt haben, erhalten eine Teilnahmebestätigung.

 

 

Zé do Rock vergnügte die Gäste mit seinen Deutschvarianten „deutsch gutt sonst geld zuruck – Siegfriedisch und kaudadeush“.

 

Brigitta Busch ist Professorin für angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Wien. 2012 wurde ihr eine Berta-Karlik-Professur zur Förderung exzellenter Wissenschafterinnen verliehen. Sie widmet sich Fragen der Mehrsprachigkeit. Derzeit forscht sie vor allem über Zusammenhänge von Migration, Mehrsprachigkeit und traumatischem Erleben.

Sie spricht aus Südafrika via Internet zum Thema „Sprachliche Diversität als Herausforderung rund um die Welt“

 

Zwei intensive Tage rund um Mehrsprachigkeit neigen sich dem Ende zu. Nach einer weiteren Workshoprunde zu „dringlichen Anliegen, zu Potentialen zu Veränderungen, die sich ergeben haben“ berichten die WorkshopleiterInnen über ihre Ergebnisse.

„Mehrsprachigkeit als „Ressource“? Neoliberale Worte und migrantisches Sprechen“ – Assimina Gouma (Universität Wien)

„mediale Mehrsprachigkeit – mehrsprachige Medien“ – Helmut Peissl – COMMIT

„Mehrsprachigkeit am Land – ist doch Dialekt“ – Reinhard Lehner – Bildungszentrum Salzkammergut

In weiterer Folge lassen Peter Leuprecht, Christian Kloyer und Claudia Loidl die Veranstaltung revue passieren und wagen aber auch einen Blick in die Zukunft.

Leider hat uns ab der Minute 20:30 die Tonanlage in Form eines Kabelbrandes im Mischpult verlassen. Es ist sehr schade, dass die letzten Minuten in schlechter Qualität zu hören, in guter Qualität aber zu sehen sind.

Wir hoffen auf eine Zukunft – wir hoffen auf vielfältige Auseinandersetzungen mit Mehrsprachigkeit.

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