Teilbereiche

Teilbereich BIS
Gemeinsam Sprachen lernen – Lernpartnerschaften
Die Motivationen eine Sprache zu erlernen sind vielfältig wie die Sprachen selbst: bereits erworbene Sprachkenntnisse auffrischen oder erweitern, berufliche Erfordernisse, sich auf ein Sprachdiplom vorbereiten oder auch im Urlaub in der jeweiligen Sprache kommunizieren zu wollen können mögliche Gründe sein, sich eine Fremdsprache aneignen zu wollen.

Gemeinsam Sprachen lernen beruht auf gleichberechtigter Lernpartnerschaft und gegenseitiger Unterstützung. Zwei Personen unterschiedlicher Muttersprache treffen sich um sich gegenseitig die jeweilige Fremdsprache näher zu bringen. Das Lernen in einer Lernpartnerschaft bedeutet sich Wissen aneignen in einem selbstgesteuerten, partnerschaftlichen Fortbildungssystem.

Das Bildungszentrum Salzkammergut findet für Sie eine passende Lernpartnerin, einen passenden Lernpartner und unterstützt Sie in der Gestaltung Ihrer individuellen Lernpartnerschaft um Ihre Lernbedürfnisse optimal zu arrangieren. Während der gesamten Lernpartnerschaft finden regelmäßige Reflexions- und Informationstreffen statt.

Die ersten Lernpartnerschaften starten im Herbst 2012. Interessensbekundungen hier (verlinkt zu Anmeldung)

Teilbereich COMMIT:
Sprachlernen im Radio – Entwicklung eines sprachwissenschaftlich / didaktischen Grundkonzepts
COMMIT erarbeitet im Rahmen des ESF-Projekts „ESPRIS – emanzipatorische Sprachlernmethoden im Salzkammergut“ die sprachwissenschaftliche und didaktische Grundkonzeption für die Produktion einer Radio-Sprachlernsendereihe. Die Konzeption geht dabei von den lebensweltlichen Bedürfnissen und Realitäten von SprecherInnen mit unterschiedlichem sprachlichem Hintergrund aus und bindet sie als ExpertInnen in die Gestaltung unmittelbar ein. Der Prozess des Spracherwerbs wird im Konzept als gegenseitiges Lernen verstanden – MigrantInnen lernen Deutsch und eröffnen ihre Sprachen den deutsch- und anderssprachigen HörerInnen. Die Selbstverständlichkeit einer mehrsprachigen Gesellschaft soll durch die Sendungen hörbar gemacht werden. Unterschiedliche Gruppen werden zur Auseinandersetzung mit Sprache und der (Sprach)Welt von anderen motiviert. Die erfolgreiche Umsetzung des Sprachlernkonzepts im Freien Radio Salzkammergut baut auf die Rolle des Senders als offener Lernort und die Praxis der dialogischen, zugangsoffenen Medienkommunikation. HörerInnen werden aktiv, gestalten ihre Inhalte und eignen sich das Medium Radio an.
Im Rahmen eines Konzeptionsworkshop im September 2012 stellt COMMIT eine Untersuchung zu unterschiedlichen Konzepten des Sprachlernens im Radio vor. Alle Projektpartner werden eingeladen sich am Workshops und der Peer-Review nach Produktion der ersten Pilotsendung  zu beteiligen.

Teilbereich FRS
Sprachfrequenzen – A Host in Translation
Das Medium Radio bietet im Zusammenhang mit den Themen Stimme und Sprache vielfältige Möglichkeiten. Sprache und Spracherwerb sind existentielle Bestandteile gelungener Integrationsprozesse.  Eine spielerische und lustvolle Auseinandersetzung mit der eigenen Stimme, verschiedenen Dialektvarianten und Sprachen im Radio kann diesen Prozess maßgeblich unterstützen.

Gemäß der Intention Freier Radios, die Bevölkerung an der Informationsproduktion direkt zu beteiligen und Inhalte bottom up zu entwickeln, werden wir – gemeinsam mit interessierten Migrant_innen und mehrsprachigen Österreicher_innen – Sprachkurse für das Medium Radio entwickeln. Begleitet wird dieser Prozess vom Community Medien Insititut (COMMIT) sowie dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Uni Wien, die bereits im Vorfeld eine Grundlage für die Sprachkurse erarbeiten.

Ziel der Sprachkurse ist einerseits die Vermittlung der deutschen Sprache sowie ihrer Grammatik mit möglichst einfachen Mitteln und andererseits das Interesse an den Themen Spracherwerb und Mehrsprachigkeit in der Region zu steigern. Umgesetzt wird die Produktion der Sprachkurse von zwei- und mehrsprachigen Menschen aus der Region, die in Radioworkshops auf die Studioarbeit vorbereitet und entsprechend ausgebildet werden.

Die einzelnen Sprachkurse in der Länge von einer Stunde werden terrestrisch ausgestrahlt und on demand über einen Weblog abrufbar sein. Während der Produktion werden die „Redakteur_innen“ von einer Techniker_in aus dem Radioteam begleitet. Der gesamte Projektverlauf wird in Form von Videos, Fotos und redaktionellen Radiosendungen begleitet.

Teilbereich Uni Vie.
Mehrsprachigkeit und nicht-kommerzielle Medien – Emanzipative Strategien für Migrantinnen

Im Migrationsdiskurs wird Mehrsprachigkeit vor allem als Bedrohung verstanden. Aktuell hat diese Positionierung die politische Instrumentalisierung von Sprache für eine Reihe von Disziplinierungsmaßnahmen gegenüber MigrantInnen zu Folge: Sprache als Zwang, Sprache verbunden mit Restriktionen und Strafen für ausgewählte Gruppen von MigrantInnen. Begründet werden diese Maßnahmen mit der Stigmatisierung der MigrantInnen als „Bedürftige“ und als „Unwissende“. Sprache bleibt so ein zentrales Mittel, um Machtverhältnisse zu reproduzieren und Ausschlussmechanismen zu festigen.

MigrantInnen haben jedoch ein umfangreiches Wissen über ihre soziale Position und Sprachen. Das Teilprojekt Mehrsprachigkeit und nicht-kommerzielle Medien versteht in diesem Sinne Mehrsprachigkeit als soziales Wissen, das in unterschiedlichen Situationen und Bereichen einfließt. Das Projekt bietet einen Raum, um das Wissen der Migrantinnen über strukturelle Machtverhältnisse und über die eigene soziale Position darin mit Bedingungen des Spracherwerbs und partizipativen medialen Angeboten zu verknüpfen.

Das Ziel ist, emanzipative Konzepte der Mehrsprachigkeit zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen daher nicht nur die Bedingungen des Spracherwerbs, sondern auch die Rolle der Freien Radios in den Alltagspraktiken der Migrantinnen. Im Rahmen von Gruppeninterviews wird die Bedeutung der Mehrsprachigkeit im Kontrast zum Verständnis von Sprache als Zwang und der politische Rahmen für die handelnden Personen thematisiert. Geplant sind auch ExpertInnen-Interviews, um das Verständnis der AkteurInnen im Bildungs- und Medienbereich zu erfassen. Die ExpertInneninterviews sollen den Kontext für Sprache und Partizipation in der Medienöffentlichkeit der Region vertiefen bzw. den Umgang und Erfahrungen der relevanten Institutionen mit Konzepten der Mehrsprachigkeit aufzeigen.

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